Palma de Mallorca

Die Hauptstadt der Balearen, Palma de Mallorca, zählt zu den schönsten spanischen Städtereisezielen. Obwohl auf die Insel Mallorca mehr Urlauber fliegen als zu allen anderen Ferienzielen in Spanien, haben die meisten die mallorquinische Hauptstadt als eigenständiges Reiseziel noch nicht entdeckt. Dies ist ein absoluter Glücksfall.

Egal ob Sie Party-Urlaub an der Playa de Palma machen oder es lieber ländlicher mögen und ein Landhotel wie die Finca Can Guillo im Norden Mallorcas bevorzugen, ein Tagestrip nach Palma lohnt sich immer und das ganze Jahr über.

Palma ist eine kleine Großstadt, deren Altstadt am besten zu Fuß zu erkunden ist. Fast alle Sehenswürdigkeiten sind fußläufig zu erreichen. Im Kern des historischen Zentrums machen die engen und verwinkelten Gassen, ein bis heute wirkendes Erbe der maurischen Vergangenheit der Stadt, auch für Einheimische das Autofahren ziemlich unattraktiv, von der ewigen und teuren Parkplatzsuche einmal abgesehen. Daher ist es auch absolut empfehlenswert, eine Unterkunft innerhalb der Altstadt zu buchen.

Die meisten geschichtlich interessanten Sehenswürdigkeiten liegen in der Oberstadt in einem Rechteck, dessen südwestliche Ecke durch den Königspalast und die Kathedrale markiert wird. Beide Gebäude bilden die stilvolle Silhouette der Stadt, in sich oberhalb der Stadtmauer abzeichnet. Die Parkanlage Parc de la Mar mit einer hohen Fontäne bildet den Übergang zwischen der Altstadt und der vierspurigen Küstenstraße.

Die Kathedrale von Palma, kurz La Seu genannt, zählt zu den größten gotischen Kirchen in Spanien. Der Bau der Kirche begann im Jahre 1230 nach dem Sieg des Königs von Aragon und Herzogs von Barcelona Jaume I. über die Mauren. Wie es zu diesen Zeiten üblich war, wurde die Kirche an der Stelle errichtet, wo sich vorher die Hauptmoschee befunden hatte. Die wesentlichen Arbeiten wurden jedoch erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts abgeschlossen. Beeindruckend ist die Höhe des Kirchenschiffs, welches auf schlanken Säulen ruht. Die Kathedrale besticht vor allem am Vormittag durch ihre Lichtspiele, wenn die Sonne durch die großen bunten Glasfenster ins Innere scheint.

Anfang des 20. Jahrhunderts erhielt Antoni Gaudí den Auftrag, den Innenraum der Kathedrale umzugestalten. Er verlegt den Chor aus der Mitte der Kirche in das Presbyterium und gestaltete den großen schmiedeeisernen Baldachin über dem Hauptaltar. Rechts neben der Königskapelle gestaltete Anfang des 21. Jahrhunderts der mallorquinische Künstler Miquel Barceló in seinem typischen Stil die Kapelle Sant Pere.

Westlich der Kathedrale liegt der Palau de l’Almudaina. Der Königspalast wird heute noch von der spanischen Königsfamilie für repräsentative Aufgaben genutzt. Durch die vielen Umgestaltungen sind die maurischen Ursprünge kaum zu erkennen.

Östlich der Kathedrale erstreckt sich das Gassengewirr des ältesten Viertels von Palma. Hier befindet sich das einzige noch erhaltene Bauwerk aus der maurischen Zeit, eine arabische Badeanlage. Ein Besuch der Banys Àrabs lohnt sich vielleicht mehr wegen der kleinen versteckten Gartenanlage als wegen der Reste des Bades selbst.

Den Übergang zum neueren Teil der Altstadt bildet der Plaça de Cort mit dem Rathaus und einem sehr alten, verknöcherten Olivenbaum. Wenige Schritte östlich davon liegt der Plaça de Santa Eulàlia mit der gleichnamigen Kirche, eine der ältesten der Stadt, was die neugotische Fassade etwas versteckt. Vom Plaça de Cort führt die Carrer de Colom vorbei an einigen schönen Jugendstilhäusern zum zentralen Plaça Major. Leider zählt dieser nicht gerade zu den Wohnzimmern der Stadt, die Bars und Restaurants sind mehr auf eilige Tagesbesucher zugeschnitten.

Die Carrer Sant Miquel führt weiter in nördlicher Richtung zum Plaça Espanya. Dieser gehört nicht zu den schönsten Plätzen, ist jedoch für alle wichtig, die Bahnen und Busse für Ausflüge nutzen möchten. Hier befindet sich auch der unterirdische Intermodal, der Bahnhof für alle Überlandbusse, die Eisenbahnen und die Metro zu Universität. Nur der historische Bahnhof für die Züge nach Sóller liegt noch überirdisch. Am Plaça Espanya hält auch der Flughafenbus.

Westlich der Altstadt liegt die Unterstadt mit den etwas aus der Zeit gefallenen Pachtstraßen La Rambla, Carrer de la Unió, Avinguda de Jaume III. und Passeig des Born. Letztere führt direkt zur Hafen mit der alten Mole Moll Vell. Die schmalen Straßen Sant Feliu und Apuntadors und ihre Seitengassen führen in ein vor allem am Abend beliebtes Viertel mit zahlreichen Bars und Restaurants, deren Betreiber oft aus den gleichen Ländern kommen wie ihre Gäste.

Tagsüber lohnt sich den Weg auf dem Passeig des Born bis in die Hafengegend fortzusetzen und nach rechts in den Passeig de Sagrera einzubiegen. Der Weg führt vorbei an der alten Börse La Llotja, sicherlich der schönste gotischen Profanbau Mallorcas, und dem Consolat de Mar, dem heutigen Sitz der Präsidentschaft der autonomen Region der Balearischen Inseln.

Die mit Palmen gesäumte Promenade führt weiter in leichter Steigung zu der mächtigen Festungsanlage Baluard de Sant Pere. Von hier aus ergibt sich nicht nur ein herrlicher Blick auf die Altstadt mit der Kathedrale. Innerhalb der Festung wurde eines der interessantesten Kunstmuseen in Palma eingerichtet.

Viel Spass in Palma de Mallorca!

 

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